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Quality Status Report 2004
   
 


Wadden Sea
Quality Status Report
2004

Wadden Sea Ecosystem 
No. 19  - 2005
K. Essink, C. Dettmann, H. Farke, K. Laursen, G. Lüerßen, H. Marencic, W. Wiersinga (Eds.).

 

   
   
Presse Information (Oktober 2005)
   
Pressemeldung QSR  (Download) Photos QSR
   

Ökobilanz für das Wattenmeer

Wattenmeerländer legen gemeinsamen Qualitätsbericht vor

Gemeinsam haben Dänemark, Deutschland und die Niederlande viel für den Schutz des Wattenmeeres erreicht. Das belegt der umfassende Qualitätsbericht („Quality Status Report“), den die drei Staaten veröffentlicht haben, an deren Küsten sich eines der weltweit größten und bedeutendsten Feuchtgebiete erstreckt. „Die Belastung mit Nähr- und Schadstoffen ist in den letzten Jahren zurückgegangen, viele Salzwiesen konnten sich wieder naturnah entwickeln, die mechanische Herzmuschelfischerei ist mittlerweile fast im gesamten Wattenmeer nicht mehr erlaubt und die Bestände von Seehunden sowie einiger Brutvögel erholen sich,“ resümiert Dr. Harald Marencic vom trilateralen Wattenmeersekretariat, (Common Wadden Sea Secretariat - CWSS) die erfreuliche Seite der Bilanz. Die diesjährige Seehundzählung ergab 14.275 Tiere im gesamten Wattenmeer; dies sind 11% mehr als 2004. Insgesamt hat sich der Seehundbestand seit der Seuch in 2002 gut erholt.

Doch es gibt auch Entwicklungen, die Anlass zur Besorgnis geben. „Beispielsweise ist der Anteil der ökologisch wertvollen Schlickwattflächen kleiner geworden. Strände und Vordünen werden so stark von Touristen genutzt, dass Strandvögel wie Sand- und Seeregenpfeifer ernsthaft bedroht sind. Neue Schadstoffe, eingeschleppte Arten, wie die Pazifische Auster, und der Anstieg des Meeresspiegels können negative Folgen haben, die wir heute noch gar nicht kalkulieren können“ so Marencic.

Es gibt also einiges zu tun für die drei Wattenmeerstaaten, die sich am 3. November 2005 zur nächsten trilateralen Regierungskonferenz auf der niederländischen Insel Schiermonnikoog treffen, um Aufgaben und Schwerpunkte für die weitere gemeinsame Arbeit im Wattenmeer festzulegen. Der „Quality Status Report“ ist die wissenschaftliche Grundlage dafür. An seiner Entstehung haben über 90 Fachleute mitgewirkt. Sie haben die Daten ausgewertet, die im Rahmen des trilateralen Umweltbeobachtungsprogramms TMAP („Trilateral Monitoring and Assessment Program”) erhoben werden. Das TMAP enthält eine Vielzahl von Messgrößen, anhand derer der ökologische Zustand des Wattenmeeres beurteilt wird. Über 50 Institutionen aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden beteiligen sich an diesen umfangreichen Langzeitbeobachtungen.

„Dass eine solche wissenschaftliche Bewertung staatenübergreifend auf der Basis eines gemeinsamen Überwachungsprogramms unter Mitarbeit von so vielen Wissenschaftlern erfolgt, ist weltweit einmalig“, betont der niederländische Wissenschaftler Dr. Karel Essink, Vorsitzender der trilateralen Arbeitsgruppe, die den Bericht zusammengestellt hat. Auch die Zielrichtung ist klar: „Wir müssen unsere gemeinsam definierten Schutzziele für das Wattenmeer weiterhin konsequent verfolgen und umsetzen“, so Essink „und auch auf neue Gefährdungen für das Ökosystem Wattenmeer gemeinsam reagieren. Letztlich brauch wir ein umfassendes Küstenzonenmanagement, das dem Wattenmeer als ein offenes und mit den angrenzenden Systemen - Flüsse, Festland und Nordsee - eng vernetztem Ökosystem gerecht wird.“

Seit 1978 arbeiten Dänemark, Deutschland und die Niederlande zusammen, um das Wattenmeer als ökologische Einheit zu schützen. Auf Basis der 1982 verabschiedeten „Gemeinsamen Erklärung zum Schutz des Wattenmeeres“ und der Beschlüsse der trilateralen Regierungskonferenzen, haben die drei Staaten 1997 einen trilateralen Wattenmeerplan aufgestellt. Er enthält die gemeinsamen Schutzziele für das Wattenmeer sowie die Grundsätze für das gemeinsame Management. Das Leitprinzip des trilateralen Wattenmeerschutzes ist es, ein Ökosystem zu erhalten, in dem die natürlichen Prozesse möglichst ungestört ablaufen können. Außerdem soll die gesamte Vielfalt der Lebensräume im Wattenmeer erhalten bleiben, also ein vielgestaltiges Mosaik aus Sand- und Schlickwatten, Salzwiesen, Inseln, Dünen, Flussmündungen und offenen Wasserflächen.

Das Wattenmeer erstreckt sich über 450 km entlang der Nordseeküste Dänemarks, Deutschlands und der Niederlande. Es umfasst 7.300 km² Wattflächen und Rinnen. Zusammen mit den Inseln, den Flussmündungen und angrenzenden Gebieten in der Nordsee bedeckt das Trilaterale Kooperationsgebiet eine Fläche von 14.700 km² - es ist damit eines der größten Feuchtgebiete weltweit. Es beherbergt eine große Vielzahl von verschiedenen Pflanzen und Tieren. Jedes Jahr rasten dort 10-12 Millionen Vögel auf ihrem Zug zwischen Winterquartier und Brutgebieten. Für die Menschen ist die Wattenmeerregion Heimat, Arbeits- und Wirtschaftsraum und nicht zuletzt ein beliebtes Erholungsgebiet.

Photos QSR 2004

Kontaktadresse

Common Wadden Sea Secretariat (Gemeinsames Wattenmeersekretariat)
Dr. Harald Marencic
Virchowstr. 1
26382 Wilhelmshaven
Tel: 04421 9108 0
e-mail: info@waddensea-secretariat.org

 

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