"Bestimmung,
Quantifizierung und Bewertung der Öleinträge in der
Nordsee zur Beurteilung der Schiffsentsorgung in deutschen Nordseehäfen"
- Seevögel als Indikatoren für
Ölverschmutzungen -
UBA F+E-Vorhaben FKZ
297 25 31 |
Projekt Kurzbeschreibung
/ Projekt Poster (pdf)
Zum 01.03.1998 wurde das Vorhaben "Bestimmung,
Quantifizierung und Bewertung der Öleinträge in der
Nordsee zur Beurteilung der Schiffsentsorgung in deutschen Nordseehäfen"
vom Umweltbundesamt, Berlin (UBA) als F+E-Vorhaben FKZ 297 25
310 bewilligt. Das Vorhaben ist an der Hochschule Bremen angesiedelt
und erstreckt sich über eine Zeitspanne von 3 1/2 Jahren
bis zum 31.08.2001.
KURZBESCHREIBUNG UND ZIEL DES VORHABENS
Durch Spülsaumkontrollen, Analysen
der Ölverschmutzungen und unter Zuhilfenahme der Angaben
von Ölmeldungen, Entsorgungsmengen, Ergebnissen der Flugüberwachung
und einer Abschätzung der anfallenden Ölrückstände
werden in diesem Vorhaben die Öleinträge in die Deutsche
Bucht bestimmt, quantifiziert und unter besonderer Berücksichtigung
der Schiffsentsorgung in den deutschen Nordseehäfen bewertet.
Methodische Spülsaumuntersuchungen
der Vergangenheit haben gezeigt, daß sich mit ihrer Hilfe
brauchbare Ergebnisse erzielen lassen, die Auskunft über
den Zustand, die Ursache und den Umfang der Meeresverschmutzungen
durch schwimmende Materialien geben. Es hat sich gezeigt, daß
Spülsaumuntersuchungen unverzichtbare Hinweise auf die Meeresverschmutzung
durch den Seeverkehr geben. Im Vordergrund stehen die durch den
Seeverkehr verursachten Ölverschmutzungen. Insbesondere hat
sich die Verölungsrate (Anteil verölter Vögel unter
allen Totfunden) als wertvolle Größe für den Grad
der Verschmutzung der Meere durch Öl ausgezeichnet. Die Analyse
des Öls dient der Identifizierung der Substanz, ihrer Herkunft
und des Verursachers der Verschmutzung.
STAND ZU BEGINN DES VORHABENS
Bereits 1983 wurden in dem Projekt "Seevögel
als Ölopfer - Seevogelverluste durch Öl und Müll
an der deutschen Nordseeküste" auf ausgewählten
Küstenabschnitten der deutschen Nordseeküste Spülsaumkontrollen
mit Unterstützung des Umweltbundesamtes (UBA) durchgeführt.
Ab 1988 wurde das gemeinsame Bund/Länder Folgeprojekt als
wissenschaftliche Begleituntersuchung zur Erfolgskontrolle für
das Pilotvorhaben "Kostenlose Ölentsorgung" ebenfalls
mit Unterstützung des UBA bis 1992 weitergeführt. Um
die Frage nach den Hauptverursachern der Verölungen der Nordsee
beantworten zu können, wurden im Rahmen dieser Projekte Proben
aus dem Gefieder verölter Vögel und von ölverschmutzten
Stränden gesammelt und im Bundesamt für Seeschiffahrt
und Hydrographie (BSH) analysiert. Hauptverantwortlich für
Gewässerverunreinigungen in der Deutschen Bucht waren nach
diesen Untersuchungen die illegalen Einleitungen von Brennstoffrückständen
aus dem Schiffsbetrieb.
Das gemeinsam von Bund und Ländern
seit 1988 finanzierte, in den deutschen Häfen durchgeführte
Pilotvorhaben "Kostenlose Schiffsentsorgung" wurde 1991 beendet. Die kostenlose Schiffsentsorgung wurde zunächst
von den vier norddeutschen Küstenländern allein weitergeführt,
dann aber bis auf Niedersachsen und Hamburg (Teilfinanzierung)
nach und nach beendet. Seit dem schrittweisen Ausstieg aus der
kostenlosen Schiffsentsorgung nach 1991 wurden steigende Verölungsraten
bei den Spülsaumfunden an den deutschen Nordseeküsten verzeichnet.
Nach Beendigung der Begleituntersuchungen
1992 konnten die Spülsaumkontrollen in Niedersachsen unter
der Regie des ehemaligen Staatlichen Amtes für Insel- und
Küstenschutz (STAIK), im Hamburger Bereich durch den Verein
Jordsand und in Schleswig-Holstein durch das Landesamt für
den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer jeweils mit
Hilfe von Mitarbeitern, Freiwilligen sowie Verbandsvertretern
weiter geführt werden. Die seit 1982/83 regelmäßig
durchgeführten Analysen von Ölproben konnten dagegen
aus finanziellen Gründen ab 1992 nicht mehr weitergeführt werden.
PARTNER UND BETEILIGTE DES VORHABENS
Das jetzt bewilligte Vorhaben ist ein
gemeinsam von Bund und Ländern (Schleswig-Holstein, Niedersachsen,
Bremen und Hamburg) getragenes und finanziertes Vorhaben. Es wird
von der Hochschule Bremen (Zuwendungsempfänger
und Leitung)
Ansprechpartnerin: Frau Zebrowski
Telefon: 0421 - 5905 - 850
Telefax: 0421 - 5905 - 851
e-mail: gauss@fbw.hs-bremen.de
in Kooperation mit den folgenden Einrichtungen
durchgeführt:
 | GAUSS mbH (Gesellschaft für Angewandten
Umweltschutz und Sicherheit im Seeverkehr), Bremen,
 | Bundesamt für Seeschiffahrt und
Hydrographie (BSH), Hamburg,
 | Landesamt für den Nationalpark
Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, Tönning (Schleswig-Holstein),
 | Niedersächsischer Landesbetrieb
für Wasserwirtschaft und Küstenschutz (NLWK) - Betriebstelle
Norden (Niedersachsen), früher STAIK,
 | Nationalparkverwaltung Niedersächsisches
Wattenmeer in Wilhelmshaven, Nationalparkhaus Rosenhaus auf Wangerooge (Niedersachsen),
 | Schutzstation Wattenmeer e.V. in Rendsburg,
 | Verein Jordsand zum Schutze der Seevögel
und der Natur e.V. in Ahrensburg/Wulfsdorf.
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INHALTE UND DURCHFÜHRUNG DES
VORHABENS
Spülsaumkontrollen
Repräsentative Kontrollstrecken
in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen wurden ausgewählt,
um quantitativ tragfähige Ergebnisse zu erhalten. Dabei wurden
insbesondere seewärtsgerichtete und wind- und wellenexponierte
Küstenabschnitte möglichst in der Nähe häufig
befahrener Schiffahrtswege gewählt. Die Spülsaumkontrollen
erfolgen jeweils im Zeitraum zwischen dem 1. Oktober und 31. März
alle 14 Tage. Die Untersuchungszeiträume sind so groß,
daß witterungsbedingte Besonderheiten sich nicht bestimmend
auf die Ergebnisse auswirken können. Die Spülsaumuntersuchungen
vor Ort werden in der Regel von Angestellten des Landes sowie
Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern von Naturschutzverbänden
durchgeführt, um die notwendigen Kosten für diese Aufgaben
gering zu halten.
Ölanalysen
Für qualitative Analysen werden
systematisch Ölproben gesammelt. Bei der Untersuchung verölter
Seevögel werden die gefiederverunreinigenden Ölsorten
mit Hilfe einer aussagefähigen Anzahl von Einzelproben während
der Untersuchungsdauer im Hinblick auf ihre Herkunft untersucht (BSH, Dr. G.
Dahlmann). Mit geeigneten Analyseverfahren läßt
sich feststellen, ob die beobachteten Verölungen auf Rückstände
aus der Brennstoffaufbereitung von schwerem Heizöl an Bord
von Seeschiffen auf Ladungsrückstände, auf bekanntgewordene
Ölunfälle oder auf andere Ursachen zurückzuführen sind. Eine fortlaufende Analyse von Ölgefiederproben wird
darüber Aufschluß geben, ob neben den Brennstoffrückständen,
die nach wie vor hauptverantwortlich für die Gewässerverunreinigungen
in der Deutschen Bucht sind, andere Ursachen wesentliche Anteile
an der Verschmutzung haben.
Weitere Datenquellen
Die Aussagekraft systematischer Spülsaumuntersuchungen
gewinnt erheblich, wenn sie mit anderen Erkenntnisquellen in Verbindung
gebracht wird. Die Spülsaumkontrollen und Ölanalysen,
die in diesem Vorhaben an der Nordseeküste durchgeführt
werden sollen, werden unter Einbeziehung folgender Informationen,
Daten und Hilfsmittel ausgewertet:
- Ergebnisse der Luftüberwachung,
- Seeverkehrsanalyse (Schiffsbewegungen)
und Abschätzung der anfallenden Ölrückstände,
- Angaben der Entsorgungsmengen nach
MARPOL I in den deutschen Nordseehäfen,
- Wetterdaten,
- Verbreitung von See- und Wasservögeln
auf See.
Die oben genannten Informationen sind
bei verschiedenen Bundes- und Ländereinrichtungen vorhanden (z.B. dem BSH in Hamburg, dem ZMK in
Cuxhaven, der GAUSS in Bremen,
dem Institut für Vogelforschung - Vogelwarte Helgoland sowie
den Umweltministerien der Länder). Innerhalb der nächsten
Monate werden sich ProjektmitarbeiterInnen an die betreffenden
Stellen wenden, um die Daten in die Aus- und Bewertung der Ergebnisse
des Vorhabens einbeziehen zu können. Die Unterstützung
bei der Informationsübermittlung wurde größtenteils
bereits zugesagt.
ANSPRECHPARTNER
Ansprechpartnerin für alle fachlichen
und inhaltlichen Fragen zu diesem Vorhaben ist die länderübergreifende
Koordinatorin:
Dipl. Ing. Bettina Reineking
c/o Gemeinsames Wattenmeersekretariat (CWSS)
Virchowstrasse 1
D - 26382 Wilhelmshaven
Tel. + 49 (0) 4421 - 9108 - 14
Fax. + 49 (0) 4421 - 9108 - 30
E-mail: reineking@cwss.whv.net
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