"Bestimmung,
Quantifizierung und Bewertung der Öleinträge in der
Nordsee zur Beurteilung der Schiffsentsorgung in deutschen Nordseehäfen"
- Seevögel als Indikatoren für
Ölverschmutzungen -
UBA F+E-Vorhaben FKZ
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Zum Vogelsterben
an der deutschen und niederländischen Wattenmeerküste
im Februar/März 1999
Mitteilung aus dem F+E Vorhaben"Bestimmung,
Quantifizierung und Bewertung der Öleinträge in der
Nordsee zur Beurteilung der Schiffsentsorgung in deutschen Nordseehäfen"
veröffentlicht in: Seevögel,
Zeitschrift Verein Jordsand, Hamburg 1999 / Band 20, Heft 2, Seite
63
Seit Ende Februar bis Anfang März
1999 wurden an der gesamten deutsch-niederländischen Wattenmeerküste,
insbesondere in den Niederlanden, Niedersachsen und Schleswig-Holstein,
eine größere Anzahl toter Seevögel, insbesondere
Trottellummen, Eissturmvögel, Baßtölpel, aber
auch Dreizehenmöwen und Tordalken angetrieben. An den niederländischen
Küsten wurden in dieser Zeit etwa 3.500 Trottellummen und
etwa 1.000 Eissturmvögel gezählt. Die Spülsaumkontrollen
in Niedersachen ergaben etwa 1.300, an den Küsten Schleswig-Holsteins
etwa 600 tote Vögel in diesem Zeitraum. Eine genaue Auswertung
der Totfunde im deutschen Bereich wird mit der regulären
Auswertung der Spülsaumfunde innerhalb des F+E-Vorhabens
stattfinden.
Die Untersuchungen einiger der Kadaver von Eisturmvögel und
Trottellumme von der schleswig-holsteinischen und niedersächsischen
Küste ergaben keine außergewöhnlichen Befunde,
aber Hinweise auf einen schlechten Ernährungszustand der
Vögel. Auch niederländischen Untersuchungen führten
zu keinen anderen Ergebnissen.
Die chemischen Untersuchungen von Federn dieser Vögel, deren
Gefieder in einigen Fällen nass war, oder einen nicht-öligen,
leicht farbigen Film aufwiesen, haben in Deutschland und den Niederlanden
ebenfalls zu keinen besonderen Befunden geführt, die in einem
Zusammenhang mit dem Vogelsterben stehen könnten. Insgesamt
wurden sieben Gefiederproben aus Schleswig-Holstein (Probenahme
durch Schutzstation Wattenmeer), zwei aus Niedersachsen (Betriebsstelle
Norden des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft
und Küstenschutz, NLWK) von Dr. G. Dahlmann, Bundesamt für
Seeschiffahrt und Hydrographie (BSH), Hamburg sowie drei Proben
in den Niederlanden von H. Barreveld, RIZA, Lelystad untersucht.
Aufgrund der vorliegenden Ergebnissen kann davon ausgegangen werden,
daß das Vogelsterben nicht durch eine chemische Substanz
hervorgerufen wurde. Die Ursache für das Sterben wird vielmehr
im Zusammenhang mit der Verfügbarkeit von Nahrung vermutet.
Viele, aber auch nicht alle der aufgefundenen Vögel waren
sehr mager. Besonderheiten oder ungewöhnliche Vorkommen bei
den Fischbeständen sind aus der fraglichen Zeit nicht bekannt.
Für das Erkennen weiterer Zusammenhänge fehlen Daten
aus dem Offshore-Gebiet dieser Zeit sowie Informationen über
die Aufenthaltsorte der betroffenen Vogelbestände im Winter.
Daher können keine konkreten Angaben zu den Ursachen dieses
Vogelsterbens gemacht werden. Es muß als großes, aber
natürliches Phänomen angesehen werden, obwohl ein Alkensterben
(Trottellummen) bisher eher selten aufgetreten ist.
Ansprechpartner innerhalb des F+E-Vorhabens:
David Fleet
Landesamt für den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer
Schloßgarten 1
D - 25832 Tönning
Tel.: +49 (0) 48 61 616 - 43
Fax.: +49 (0) 48 61 4 59
e-mail: npa.fleet@t-online.de
Bettina Reineking
Common Wadden Sea Secretariat
Virchowstr. 1
D - 26382 Wilhelmshaven
Tel.: +49 (0) 4421 9108-14
Fax.: +49 (0) 4421 9108-30
e-mail: reineking@cwss.whv.net
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