GAUSS
Werderstraße 73
D-28199 Bremen
Kooperationspartner der

F+E Vorhaben
"Seevögel als Indikatoren
für Ölverschmutzung"
Projekt Information:
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Projekt Endbericht November 2001
Projekt Kurzbeschreibung
Ölopfer in der Deutschen Bucht (1999-2000, pdf, 150 KB)
Have efforts to clean up the marine environment been successful? – German beached bird surveys provide an index for oil pollution levels in the southern North Sea (Oilspill Conference, September 2000)
Beached Bird Surveys at the German Coast (Wadden Sea Newsletter 2000- No.2, pdf, 33 KB)
Ölopfer in der Deutschen Bucht (1998-99, pdf, 190 KB)
Verölte Seevögel - Ölanalysen (1998/99, pdf, 18 KB)
Ölopfer in der Deutschen Bucht (1994-98, pdf, 120 KB)
Vogelsterben Feb/März 1999
Verölte Seevögel im Spülsaum (BSH-Symp. 97)
Rehabilitation von verölten Seevögel 
Ölkontaminierte Vögel - dauerhafte Rettung nicht möglich
Überlebenschancen verölter Seevögel - sind Rettungsmaßnahmen erfolgreich? Natur u. Landschaft 2000.
Ölunfall "MS Pallas" 1998:
Spruch des Seeamtes Kiel
(vom 21.8.99)
Sicherheits- u. Notfallkonzept Deutsche Bucht
Chronologie der Notschleppmanöver
(pdf, 190 KB)
Infos zum Ölunfall
(vom 17.12.98)
Müllbelastung:
Scharhörn 1991
NSG "Oehe-Schleimündung"
(1996)
Scharhörn 1992-1994
Elbmündung
Scharhörn 1996
Tagungen:
Fachtagung "Umweltaspekte der Seeschiffahrt" Bremen, 25. - 26. November 1999
Kontakt:
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F & E-Vorhaben:
Bettina Reineking
Gemeinsames Wattenmeersekretariat
Virchowstr. 1
D – 26382 Wilhelmshaven
Tel.       +49 (0) 4421 – 9108 - 14
Fax.     +49 (0) 4421 – 9108 – 30
info@waddensea-secretariat.org

Aus dem Institut für Naturschutz- und Umweltschutzforschung (INUF) des Verein Jordsand

Die Müllbelastung der Insel Scharhörn 1992-1994

Von Eike Hartwig

veröffentlicht in: SEEVÖGEL Band 21/Sonderheft Juni 2000

Ein adulter Baßtölpel (Sula bassana) hat sich beim Eintauchen ins Wasser in einen Netzrest verfangen. Dieser Vogel ist offensichtlich in seiner Flugfähigkeit nicht behindert, wird aber nicht mehr tauchen können. 

Foto: J. Oehlenschläger

 

EINLEITUNG

Qualitative und quantitative Daten über  angespülten Müll  von  Stränden der Deutschen Bucht liegen bisher vor von den Inseln Helgoland, Juist, Norderoogsand, Scharhörn und Mellum, sowie vom Seedeich des Hauke-Haien-Koog in Nordfriesland (Clemens 1992, Liedtke & Hartwig 1990, Schrey 1987).

  Die Vermüllung der Insel Scharhörn, im Hauptschiffahrtsweg in die Elbe, wurde quantitativ zum ersten Mal 1980 und dann 1983, 1989 und 1991 erfaßt (Liedtke & Hartwig 1990, Niedernostheide & Hartwig 1998). Damit liegt eine umfangreiche Datenreihe über die Belastung der Elbemündung durch Müll vor. Mit den Ergebnissen dieser Studie für die Jahre 1992, 1993 und 1994 soll die Erfassung der Müllmengen für diesen Küstenabschnitt fortgeschrieben werden.

Seit dem 18. Februar 1991 gilt für die Nordsee die Ausweisung als Sondergebiet nach Anlage V (Schiffsmüll) des MARPOL-Übereinkommens (Hartwig 1994), wonach nur noch Lebensmittel (nicht näher als 12 Seemeilen von Land) über Bord gegeben werden dürfen. Mit dieser einschränkenden Regelung sollte das Müllaufkommen an den Stränden, insbesondere der Anteil der biologisch schwer abbaubaren Kunststoffe, spürbar reduziert werden. Anhand dieser Studie soll dieses überprüft werden.

MATERIAL UND METHODE

In der Zeit von Mai bis Oktober eines jeden Untersuchungsjahres wurden auf  Scharhörn an einem 100 m langen, nach Nordwesten exponierten Strandabschnitt zwischen 52 und 53 Müllzählungen in dreitägigen Abständen  durchgeführt. Dadurch konnte etwa jedes sechste Niedrigwasser erfaßt werden.

Der Müll wurde nach Anzahl der Teile und Gewicht erfaßt und in  acht Kategorien (Plastik, Papier, Metall, Glas, Fischereigerät, Bekleidung, Nahrungsmittel, Holz) eingeteilt. Nach der Registrierung wurde der Müll so an den Rand der Dünen abgelegt, daß er bei höheren Wasserständen nicht wieder angespült und dann später doppelt gezählt werden konnte. Eine vollständige Enrfernung von der Insel war aus logistischen Gründen nicht möglich.

Bei allen Zählungen handelt es sich um Mindestwerte; bei den Gewichtsangaben der Kategorie „Holz“ ist zu bedenken, daß die einzelnen Teile vor dem Wiegen nicht immer völlig ausgetrocknet waren. Zu berücksichtigen ist außerdem, daß natürlich nur schwimmender bzw. treibender Müll angeschwemmt wird. 

Danksagung: Ich danke Wiebke Andresen, Marion Korsch, Ingo Bormann und Norbert Niedernostheide für die Durchführung der Feldarbeiten. Ohne ihre Mitarbeit wäre eine kontinuierliche Erfassung nicht möglich gewesen.

 ERGEBNISSE UND DISKUSSION

Insgesamt wurden während der drei Untersuchungszeiträume an dem 100 m langen Strandabschnitt zwischen 1524 (für 1992) und 6601 Müllteile (für 1994) mit einem Gesamtgewicht zwischen  315,9 kg und 1464,4 kg gefunden (Tab. 1, 2, 3).

Die Anteile und Gewichte der einzelnen Müllkategorien während der  drei Untersuchungszeiträume weisen Unterschiede auf und sollen einzeln dargestellt werden (Tab. 4).

Den Hauptmengenanteil im Jahre 1992 (Tab. 1, 4) mit 1030 Teilen (= 67,6%) stellen Plastikgegenstände. Darunter befanden sich u.a. 516 Teile von Plastiktüten, Planen und Folien sowie 104 Teile Plastikspielzeug (z.B. Luftballons). Die zweithäufigste Müllkategorie war „Papier, Pappe“ mit 246 Teilen (= 16,1%). Darunter befanden sich 171 Zigarettenschachteln und Kippen. Es folgten mit 5,6% (85 Teile) „Holz“ sowie „Glas, Porzellan“ mit 4,4% (67 Teile, darunter  42 Flaschen). Die Kategorien „Nahrungsmittel“, „Fischereigerät“, „Bekleidung“ und „Metall“ hatten einen Anteil an der Gesamtmenge von 2,9%, 1,8%, 0,9% und 0,7%.

Tab. 1: Zusammenstellung des Mülls auf Scharhörn nach Anzahl und Gewicht (3.5.-  9.10.1992; NW-Strand:  100 m Zählstrecke; 52 Zählungen).

Art des Mülls

Anzahl

n

Gewicht

kg

Plastik, Styropor, Schaumgummi

3455

153,05

Papier, Pappe

1004

22,55

Metall

33

2,73

Glas, Porzellan

242

68,85

Fischereigerät

599

182,23

Bekleidung

32

8,82

Nahrungsmittel

128

7,67

Holz

444

756,99

Gesamtsumme

5937

1202,89

 

Tab. 2: Zusammenstellung des Mülls auf Scharhörn nach Anzahl und Gewicht (6.5.-8.10.1993; NW-Strand: 100 m Zählstrecke; 53 Zählungen). 

Art des Mülls

Anzahl

n

Gewicht

kg

Plastik, Styropor, Schaumgummi

3455

153,05

Papier, Pappe

1004

22,55

Metall

33

2,73

Glas, Porzellan

242

68,85

Fischereigerät

599

182,23

Bekleidung

32

8,82

Nahrungsmittel

128

7,67

Holz

444

756,99

Gesamtsumme

5937

1202,89

 

Tab. 3: Zusammenstellung des Mülls auf Scharhörn nach Anzahl und Gewicht (3.5.-9.10.1994; NW-Strand: 100 m Zählstrecke; 53 Zählungen).

Art des Mülls

Anzahl

n

Gewicht

kg

Plastik, Styropor, Schaumgummi

4307

238,30

Papier, Pappe

928

16,85

Metall

69

8,71

Glas, Porzellan

279

74,18

Fischereigerät

190

75,85

Bekleidung

53

21,35

Nahrungsmittel

130

32,32

Holz

645

996,80

Gesamtsumme

6601

1464,36

 

Tab. 4: Vergleichende prozentuale Zusammenstellung des Mülls von Scharhörn aus den Jahren 1980, 1983, 1989, 1991, 1992, 1993 und 1994 nach Anzahl und Gewicht (1980: 2 Wochen auf 600 m Strand, Nassauer 1981. 1983, 1989, 1991, 1992, 1993 und 1994: 52-54 Zählungen = 22 Wochen auf 100 m Strand; Schrey 1987, Liedtke & Hartwig 1990, Niedernostheide & Hartwig 1998  und diese Studie.

 

Prozentualer Anteil an Müllmenge (n)

Jahr

1980

1983

1989

1991

1992

1993

1994

Gesamtmenge

6912

3306

8875

3652

1524

5937

6601

Plastik u.a.

28,3

54,5

64,0

54,1

67,6

58,2

65,2

Papier, Pappe

7,5

7,4

14,2

6,1

16,1

16,9

14,1

Metall

1,9

1,7

0,9

1,8

0,7

0,6

1,1

Glas,Porzellan

14,4

13,7

3,2

7,8

4,4

4,1

4,2

Fischereigerät

3,5

1,7

1,5

4,1

1,8

10,1

2,9

Bekleidung

-

0,7

0,2

0,7

0,9

0,5

0,8

Nahrungsmittel

3,0

5,8

3,2

2,2

2,9

2,1

1,9

Holz

41,4

14,4

12,7

23,2

5,6

7,5

9,8

Prozentsumme

100

100

100

100

100

100

100

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prozentualer Anteil am Müllgewicht (kg)

Jahr

1980

1983

1989

1991

1992

1993

1994

Gesamtmenge

6155,0

898,5

1262,4

1312,1

315,9

1202,9

1464,4

Plastik u.a.

1,6

12,1

9,5

12,9