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Den Hauptmengenanteil mit 1977 Teilen (= 54,1%; Tab. 2) stellenPlastikgegenstände. Darunter befanden sich u.a. 610 Teile von Plastiktüten, Planen und Folien, 503 Teile aus Styropor und Schaumgummi sowie weitere Verpackungsmaterialien und 134 Plastikflaschen. Tab. 2: Vergleichende prozentuale Zusammenstellung des Mülls von Scharhörn aus den Jahren 1980, 1983, 1989 und 1991 nach Anzahl und Gewicht (1980: 2 Wochen auf 600 m Strand; NASSAUER 1981. 1983, 1989 und 1991: 54 Zählungen = 22 Wochen auf 100 m Strand; SCHREY 1987, LIEDTKE & HARTWIG 1990).
Die zweithäufigste Müllkategorie war "Holz" mit 848 Teilen (= 23,2%). Darunter befanden sich u.a. 233 Bretter von Kisten. Es folgte "Glas, Porzellan" mit 7,8% (285 Teile, darunter 172 Flaschen), "Papier, Pappe" mit 6,1 % (222 Teile) und "Fischereigerät" mit 4,1% (151 Teile, darunter 118 Schiffstaureste, 18 Netzreste und 7 Netzkugeln und Auftriebskörper). Die Kategorien "Nahrungsmittel", "Metall" und "Bekleidung" hatten einen Anteil an der Gesamtmenge von 2,2%, 1,8% (64 Teile, darunter 22 Spraydosen) und 0,7%. Der Hauptgewichtsanteil mit 810,1 kg (= 61,7%) ist Holz (Tab. 1,2). Es folgen Plastikgegenstände mit 12,9% (Tab. 2) und Fischereigerät mit 11,9%. "Metall" hat mit 84,4 kg einen Anteil von 6,5%. Alle übrigen Müllkategorien bleiben unter diesem Prozentteil am Gesamtgewicht. Während des Untersuchungszeitraumes wurde besonders auf verschloßene Behälter mit Inhaltsstoffen geachtet (Tab. 3). Dabei wurden Behältnisse mit insgesamt 11,7 l registriert. Die Identifizierung des Inhaltes erfolgt nach den Etiketten bzw. Augenschein und Geruch. Zahlreiche Behältnisse enthielten nicht ungefährliche Substanzen, die bei einem Aufplatzen der Gefäße zu zusätzlichen Belastungen des Strandabschnittes und damit auch zur Gefährdung von Organismen hätten führen können.
Tab. 3: Zusammenstellung von Inhaltsstoffen, die in geschlossenen Behälter während des Untersuchungszeitraumes (3.5.-12.10. 1991) auf der Sammelstrecke gefunden wurden.
Beginnend mit dem Jahre 1991 wurden auch auf der Insel Mellum im Mündungstrichter von Jade und Weser systematische Untersuchungen zur Müllbelastung durchgeführt (CLEMENS 1992). Bei gleicher Untersuchungsdauer und gleicher Länge des Strandabschnittes war auf Scharhörn die Anzahl der Müllteile um etwa 35% größer und lag das Gewicht ca. 267% höher als auf Mellum. Deutliche Unterschiede in der Zusammensetzung gab es bei den Kategorien "Kunststoffe", "Papier/Pappe", "Fischereigerät" und "Holz". Der mengenmäßige Anteil der umweltrelevanten "Kunststoffe" an der Strandvermüllung auf Mellum lag mit 44% etwa 10% niedriger als auf Scharhörn. Die höhere Belastung der Insel Scharhörn mag sich zum einen aus dem höheren Verkehrsaufkommen in die Elbe und den Nordostseekanal gegenüber der Weser und der Jade ergeben und zum anderen aus der Tatsache, daß der zum großen Teil an der Wasseroberfläche treibende Müll durch die in der südlichen Nordsee vorherrschenden westlichen Winde und die gegen den Uhrzeigersinn verlaufende Meeresströmung in den Mündungstrichter der Elbe gedrückt wird (BECKER 1990). Seit Beginn der 80er Jahre wird die Müllbelastung der Insel Scharhörn in der Elbmündung in der Zeit von Mai bis Oktober registriert. Dabei wurde besonders der Anteil der biologisch schwer abbaubaren und auch anderen Umwelteinflüssen gegenüber weitgehend beständigen Kunststoffen (Plastik, Styropor, Schaumgummi) analysiert. Eine vergleichende Zusammenstellung des Müllaufkommens von Scharhörn zeigt (Tab. 2), daß nach hohen Werten im Jahre 1989 mit 64,0% der mengenmäßige Anteil der Kunststoffe in 1991 mit 54,1% auf das Niveau des Jahres 1983 abgesunken ist. Auch für die Kategorien "Papier, Pappe" und "Nahrungsmittel" liegen die Werte für 1991 unter denen des Jahres 1989; für "Glas, Porzellan", "Fischereigerät" und "Holz" liegen sie darüber. Zu beachten ist noch, daß in der Kategorie "Glas, Porzellan" nur intakte Hohlkörper angeschwemmt wurden. Es handelt daher bei den Werten um Mindestangaben. Beim gewichtsmäßige Anteil der einzelnen Kategorien am Gesamtaufkommen liegen 1991 die Kunststoffe auf dem Niveau des Jahres 1983, aber über dem Anteil des Jahres 1989 (Tab. 2). Die Kategorie "Metall" hat mit 6,5% einen deutlich höheren Anteil gegenüber 1989 mit 2,8%, alle übrigen Komponenten liegen nahezu auf dem Niveau des Jahres 1989. Die Abnahme des Anteil der umweltrelevanten Kunststoffe von 64,0% der Gesamtmüllmenge im Jahre 1989 auf 54,1% in 1991 ist eine erfreuliche Tatsache. Jedoch macht dieser Anteil immer noch mehr als die Hälfte der auf Scharhörn erfaßten Müllteile aus. Es ist nicht zu vermuten, daß die Reduzierung des Plastikanteiles an der Gesamtmüllmenge Scharhörns schon auf die am 18. Februar 1991 erfolgte Ausweisung der Nordsee als Sondergebiet nach Anlage V (Schiffsmüll) des MARPOL-Übereinkommens zurückzuführen ist. Die Auswertung weiterer Daten aus systematischen Strandmüllerfassungen der Insel Scharhörn können Aufschluß darüber geben, ob der positive Trend, besonders bei den Kunststoffen, durch die einschränkenden Regelungen der Sondergebietsausweisung der Nordsee weiter anhält.
Zusammenfassung Vom 3. Mai bis 12. Oktober 1991 wurden auf Scharhörn an einen 100m langen, nach Nordwesten exponierten Strandabschnitt 54 Müllzählungen, in 3tägigen Abständen durchgeführt. Der Müll wurde nach Anzahl der Teile (insgesamt 3652 Stück) und Gewicht (insgesamt 1312,3 kg) erfaßt und in acht Kategorien (Plastik, Papier, Metall, Glas, Fischereigerät, Bekleidung, Nahrungsmittel, Holz) eingeteilt. Den Hauptmengenanteil mit 1977 Teilen (= 54,1%; Tab. 1, 2) stellen Plastikgegenstände. Es folgen "Holz" mit 23,2%, "Glas, Porzellan" mit 7,8% und "Papier, Pappe" mit 6,1%. Alle übrigen Müllkategorien bleiben unter diesem Anteil an der Gesamtmüllmenge. Der Hauptgewichtsanteil mit 810,1 kg (= 61,7%; Tab. 1, 2) ist Holz. Es folgen Plastikgegenstände mit 12,9% und "Fischereigerät" mit 11,9%. Alle übrigen Kategorien bleiben unter diesem Anteil am Gesamtgewicht. In geschlossenen Behältern wurden während des Untersuchungszeitraumes insgesamt 11,7 l an teilweise nicht ungefährlichen Inhaltsstoffen gefunden (Tab. 3). Die Ergebnisse der Müllerfassung werden verglichen und diskutiert mit Werten von Aufsammlungen von Mellum aus dem Jahre 1991 und von Scharhörn aus den Jahren 1980 bis 1989 (Tab. 2).
Summary Investigation on litter pollution at Scharhörn island (Elbe Estuary) 1991 From 3 May to 12 October 1991 54 collections of litter at 3 days intervals were made on a beach length of 100m in the northwest of Scharhörn. The litter was recorded by number of items (total number of 3652 items) and weight (total weight of 1312.3 kg) in 8 categories (plastic, paper, metal, glass, fishing gear, clothes, food stuff and wood). Plastic objects made up the main part (54.1%; Tab. 1, 2) by number followed by "wood" by 23.2%, "glass material, china" by 7.8% and "paper, cardboard" by 6.1%. The share of all other categories was lower. The main part of weight was made up by wood with 61.7%; Tab. 1, 2) followed by plastic objects (12.9%) and fishing gear (11.9%). The share of all other categories to the total weight stays under this percentage. In different kinds of closed containers a total of 11.7 l of partly hazardous substances were found during sampling period (Tab. 3). The results from the 1991 litter survey were compared and discussed with results from collections at Mellum island in 1991 and at Scharhörn from 1980 to 1989 (Tab. 2).
Literatur
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Anschrift der Verfasser: Verein Jordsand Haus der Natur, Wulfsdorf 22926 Ahrensburg | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||